Von Legacy zu lebendigem Produkt: Die Vision für eine neue Generation der Patientenverwaltungssoftware
Herausforderung
Der Kunde hatte über Jahre hinweg eine starke Position im Healthcare-Softwaremarkt aufgebaut. Doch das Patientenverwaltungssystem im Kern ihres Produkts kam an seine Grenzen. Klinisches Personal, Ärzte und Verwaltungsmitarbeitende arbeiteten täglich damit — in komplexen, fragmentierten Workflows — und das System war für eine andere Ära gebaut worden: Desktop-first, relativ linear, nicht auf die Art ausgelegt, wie Healthcare-Professionals heute zwischen Aufgaben, Geräten und Kontexten wechseln. Eine grundlegende Neuentwicklung war unvermeidbar. Aber Wandel in diesem Ausmaß, in einem regulierten und sicherheitskritischen Umfeld, lässt sich nur mit einer überzeugenden Richtung vorantreiben. Die Organisation brauchte eine Vision — konkret genug, um die nächste Entwicklungsphase zu leiten, und überzeugend genug, um die gesamte Organisation mitzunehmen.
Meine Rolle
Ich leitete und koordinierte ein Team aus freiberuflichen Designerinnen und Designern. Meine Verantwortung umfasste die Planung und Durchführung von User Research, die Moderation von Remote-Workshops mit aktuellen Nutzern sowie die konzeptionelle und UX-Design-Arbeit für die neue Version der Software.
Aktivitäten
- Mehrere Co-Creation-Sessions mit Schlüssel-Stakeholdern und dem Design-Team zur Sammlung, Verfeinerung und Priorisierung der Use Cases für die Vision — mit Fokus auf spezifische Interaktionen, häufig genutzte Features und Bereiche mit hohem Business Value
- Remote-Workshops mit aktuellen Nutzern zur Erfassung realer Workflows, Pain Points und unerfüllter Bedürfnisse
- Mobile-First-Ansatz von Beginn an: ein robustes Interface, das eine fragmentierte Nutzung über Desktop, Tablet und Mobile hinweg ermöglicht
- Entwicklung eines kohärenten Interaktionsmodells, das es Healthcare-Professionals erlaubt, nahtlos über Geräte und Zeitpunkte hinweg weiterzuarbeiten
Ergebnis
Die Vision, die wir entwickelten, gab der Organisation etwas, das zuvor fehlte: eine konkrete, überzeugende Geschichte dafür, warum Veränderung notwendig ist — und wie sie aussehen könnte. Bei der Präsentation vor Stakeholdern kam sie gut an und erzeugte den nötigen Schwung, um in die nächste Phase zu wechseln. In den folgenden Monaten arbeiteten wir das priorisierte Backlog Feature für Feature durch und entwickelten Konzepte und Designs mit der gebotenen Sorgfalt und Tiefe. Eine enge Feedbackschleife mit einer Community aus Experten-Nutzern und Schlüssel-Stakeholdern stellte sicher, dass Entscheidungen früh und regelmäßig validiert wurden. Da die Software offiziell als Medizinprodukt klassifiziert ist, galten für Konzeptentwicklung und Designdokumentation besonders hohe Ansprüche an Nachvollziehbarkeit und Qualität.